Fraktionen im Stadtparlament Taunusstein CDU, FDP, FWG, GRÜNE, SPD Taunusstein, 04.02.2021

Pressemitteilung

Gemeinsame Initiative der Fraktionen für Stolpersteine in Taunusstein

Gemeinsam legen alle Fraktionen im Taunussteiner Stadtparlament, das sind CDU, FDP, FWG, GRÜNE und SPD, einen Antrag vor zur Verlegung von „Stolpersteinen“ in Taunusstein. Die Stolpersteine sind im Boden verlegte kleine Gedenktafeln, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Mit der Verlegung von Stolpersteinen in Taunusstein wollen die Fraktionsvorsitzenden der fünf Fraktionen an die Lebenswege der Menschen erinnern, die in Taunusstein gelebt haben und auf sehr unterschiedliche Art und Weise zu Opfern des Nationalsozialismus wurden. 

Der Magistrat soll mit diesem Beschluss vom Parlament beauftragt werden, nach der Errichtung einer Stele am Platz der ehemaligen Synagoge in Wehen im Rahmen der Erinnerungskultur in Taunusstein die Verlegung von Stolpersteinen als öffentliches Projekt durchzuführen. Bürgerschaftliches Engagement ist nach den Vorstellungen der Fraktionen dabei ebenso erwünscht wie bei der Entwicklung des Konzeptes für die Stele durch die Beteiligung der „Projektgruppe Lebendige Erinnerungskultur“. Hierzu zählen insbesondere auch die Taunussteiner Kirchen, die Lokale Agenda 21, Taunussteiner Schulen/ Schulklassen und weitere ehrenamtliche Organisationen bzw. interessierte Bürgerinnen und Bürger in Taunusstein. 

In ihrer gemeinsamen Presseerklärung führen die Fraktionsvorsitzenden weiter aus, dass die Verlegung von Stolpersteinen im Vergleich zu der Stele das Schicksal des Einzelnen stärker in den Vor-dergrund stellt. Daher bedarf die Verlegung von Stolpersteinen als Form des Gedenkens sorgfältig recherchierter Biografien. Weiterhin sollen die Stolpersteine im Einvernehmen mit den betroffenen Grundstückseigentümern verlegt werden. 

Die Finanzierung der Stolpersteine soll in erster Linie durch Spenden abgedeckt werden. Doch da sei man guter Dinge, denn der „Projektgruppe Lebendige Erinnerungskultur“ liegen bereits eine Vielzahl von Spendenzusagen vor, ohne dass überhaupt öffentlich für die Realisierung der Stolpersteine geworben wurde. Man sei froh, erklären die Fraktionsvorsitzenden abschließend, dass der Prozess für die Verlegung der Stolpersteine mit dieser gemeinsamen Initiative auf eine breite de-mokratische Basis gestellt werde. 

gez.: Andreas Monz, CDU Raimund Scheu, FDP Helmut Grundstein, FWG 

Jens Stephan, GRÜNE Dieter Weiß, SPD