Spende statt Wahlplakate: „Andere kleben, wir geben!“

„Andere kleben, wir geben!“

Die FWG Taunusstein verzichtet zur Kommunalwahl am 14. März 2021 auf Wahlplakate und übergibt stattdessen einen Spendenscheck über 500 Euro an das Hospiz St. Ferrutius in Taunusstein.

In schwierigen Zeiten wie diesen ist es außerordentlich wichtig, sinnvoll und umsichtig zu agieren: Die FWG Taunusstein hat deshalb Ende 2020 entschieden, das Hospiz St. Ferrutius in Taunusstein mit einer Spende über 500 Euro zu unterstützen, anstatt das Geld für Wahlplakate auszugeben. Die Übergabe des symbolischen Schecks konnte Corona- und urlaubsbedingt erst heute erfolgen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hospiz St. Ferrutius leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft“, erklärt Roswitha Bausch (FWG), Vorsitzende im Ausschuss Sport, Kultur und Soziales der Stadt Taunusstein. „Die Zuwendung und Betreuung für Schwerstkranke, die an sie menschlich höchste Anforderungen stellen, wollen wir mit dieser kleinen Spende anerkennen. Dies entspricht auch der Philosophie der FWG, sodass wir nicht lange überlegen mussten.“

„Extra-Schmankerl“ für die Bewohnerinnen und Bewohner

Eine Aktion, die für leuchtende Augen sorgt – trotz FFP2-Maske. „Wir freuen uns sehr über diesen tollen Beitrag und diese tolle Überraschung“, sagt Hospitz-Leiterin Jasmin Luttringer, die den Scheck in Empfang genommen hatte. „Das Geld können wir unter anderem für Extra-Schmankerl für unsere Bewohnerinnen und Bewohner verwenden.“ Das Hospiz St. Ferrutius bietet schwer erkrankten und sterbenden Menschen einen geschützten Ort für die letzten Wochen und Monate ihres Lebens. Es finanziert sich zu 95 Prozent durch die Krankenkassen. Die verbleibenden fünf Prozent muss das Hospiz aus eigenen Mitteln erbringen, was laut Luttringer „mehreren Zehntausenden Euro“ entspreche.

Unschönes Stadtbild und geringe Nachhaltigkeit

„Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass es Wichtigeres auf der Welt gibt, als Wahlplakate aufzuhängen“, betont Franz Schmitz, Vorsitzender der FWG Taunusstein. Den Wahlkampf mit Plakaten sehe man in den eigenen Reihen ohnehin kritisch. Auch in der Bevölkerung sei nur noch eine geringe Akzeptanz für diese Form der Wahlwerbung zu spüren. Viele Menschen empfänden das Stadtbild durch zuplakatierte Laternenzüge wohl eher verschandelt. Gerade solche Plakate, die beschmiert würden, sonstigem Vandalismus oder Umwelteinflüssen ausgesetzt seien, trügen nicht zu einer Verschönerung bei – vom ökologischen Aspekt ganz zu schweigen, landeten kaputte Plakate nach einer Wahl doch direkt im Müll oder verrotten in Gebüschen, an Masten und überall dort, wo sie nicht ordnungsgemäß entsorgt wurden.

Luttringer selbst hält sich mit Kritik an Wahlplakaten eher bedeckt. Sagt aber: „Für mich zählt der zwischenmenschliche Kontakt. Mit Persönlichkeit lässt sich immer noch weit mehr punkten als mit Wahlplakaten.“

Wahlinformation erfolgt mit Flyern und im Internet

Ganz auf klassische Wahlwerbung verzichten wird die FWG Taunusstein allerdings nicht. So sollen die Wählerinnen und Wählern über das Wahlprogramm und die Kandidatinnen und Kandidaten mit Wahlflyern informiert werden. Auch in den sozialen Medien und der Internetseite werde man selbstverständlich aktiv sein: „Auf unserer Homepage www.fwg-taunusstein.de können sich Bürgerinnen und Bürger jederzeit über unser Wahlprogramm sowie, in kleinen Steckbriefen, über unsere Kandidatinnen und Kandidaten informieren“, erklärt der FWG-Fraktionsvorsitzende Helmut Grundstein.