„Wir werden unser Profil schärfen!“

Die FWG Taunusstein hat nach der Kommunalwahl ein selbstkritisches, aber insgesamt dennoch positives Fazit gezogen, und geht mit frischer Motivation voll arbeitsfähig in die konstituierende Sitzung des Stadtparlaments am 22. April.

Nicht unglücklich, aber auch nicht vollends zufrieden mit dem Wahlergebnis der Kommunalwahl 2021 zeigte sich die FWG Taunusstein auf ihrer jüngsten Klausurtagung unter strengen Corona-Bedingungen, bei der die neue FWG-Fraktion die interne Arbeitsverteilung festgelegt und alle Überlegungen für die Besetzung der Gremien erarbeitet hat. „Trotz der Stimmenverluste haben wir fünf Sitze im Stadtparlament errungen. Damit können wir gut arbeiten“, stellt Franz Schmitz fest. Man gehe zuversichtlich und gewappnet in die kommende Legislaturperiode, ob nun in einer möglichen „Zusammenarbeit der demokratischen Mitte“ oder als Opposition. Sondierungsgesprächen stehe man aufgeschlossen gegenüber. „Dabei sehen wir uns allein dem Votum unserer Wählerinnen und Wähler verpflichtet. Bei allen jetzt anstehenden Gesprächen ist die Umsetzung der Inhalte unseres Wahlprogramms maßgebend“, ergänzt der FWG-Fraktionsvorsitzende Helmut Grundstein.

Auch die guten Ergebnisse in den Ortsbeiratswahlen, vor allem in Seitzenhahn, wo alle fünf Personen in den Ortsbeirat eingezogen sind, seien Ausdruck der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger „mit ihrer FWG“. Dazu komme, dass die FWG Taunusstein mit Alfred Hollinger künftig auch in der FWG-Kreistags-Fraktion vertreten sei.

Selbstkritische Analyse der Wahlergebnisse

Ob man in dem Stimmenverlust einen Denkzettel sehe? Eher nein! „Dass wir die sieben Sitze aus der Kommunalwahl 2016 nicht halten können, war doch eigentlich allen klar. Unser dennoch gutes Abschneiden zeigt vielmehr, dass die Menschen mit unserem Team und unserer politischen Arbeit nicht ganz unzufrieden waren“, so Hollinger. Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2016, mit der Flüchtlingskrise als dominierendem Thema, konnte die FWG ihr Ergebnis von 7,5 Prozent (aus 2011) auf 15,3 Prozent nahezu verdoppeln. Eine Protest-Option gab es da in Taunusstein noch nicht. „Menschen, die uns damals noch gewählt hatten, sind jetzt wieder abgewandert“, analysiert Schmitz. „Unsere Kern-Anhängerschaft hat sich so zusagen wieder bereinigt.“

Trotzdem, so die ehrliche und einhellige Meinung, wolle und müsse sich die FWG weiterentwickeln. Man habe in den letzten fünf Jahren zwar deutliche Akzente setzen können, so Grundstein. Dennoch müsse man künftig wieder deutlicher wahrgenommen werden und als „eigenständig sichtbar“ sein.

„Wir stellen uns selbstkritisch auf den Prüfstand. Das bedeutet auch, dass wir unser Profil dort schärfen müssen, wo es sich nach Auffassung der Bürgerinnen und Bürger abgewetzt hat“, betont Schmitz. Dazu gehöre ein ausgeprägteres selbstbewusstes und offensives Auftreten in der Öffentlichkeit sowie gegenüber den anderen Parteien.

Verjüngungskur für den stellvertretenden Fraktionsvorsitz

Für die kommende Legislaturperiode werde man strikt darauf achten, dass die Erfolge der guten Arbeit aus der Vergangenheit nicht infrage gestellt würden. Dafür sorgen sollen neben erfahrenem Personal auch jüngere Köpfe wie Thomas Dreilich (41), der von den Anwesenden zum zweiten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden vorgeschlagen wurde. Den Fraktionsvorsitz behalten soll Grundstein (77) und ebenso vorgesehen ist Roswitha Bausch (66) als erste stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Roswitha Bausch wurde außerdem für die Position einer stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteherin vorgesehen.